So I close my eyes to old ends and open my heart to new beginnings!

18. Juni 2015

von Kaliopi

Die letzten drei Jahre waren ein turbulentes Gewusel und die wohl ereignisreichste Zeit meines bisherigen Lebens.  Ich habe mein Leben immer recht abenteuerlustig gestaltet, nur dass ich meistens die Kontrolle über Ereignisse und Lebensevents besaß. Ich konnte alles in bestimmte Bahnen lenken, hatte angemessenen Verschnaufpausen in Form von Routine und Alltag, konnte mich koordinieren, konnte meine verwirrten Gehirnzellen sortieren, mein Kopfchaos sozusagen verwalten, um dann für das nächste Abenteuer gewappnet und ausgeruht zu sein.

Die letzten drei Jahre dagegen, haben mir keinerlei Entspannung oder Ruhe geboten. Es war spannend, berauschend, abenteuerlich, manchmal beängstigend, turbulent und vor allem chaotisch und völlig unkoordiniert, doch die Möglichkeit mich vernünftig selbst zu reflektieren, war nur ganz selten greifbar. Ich konnte Gedanken nicht gescheit sortieren, hatte nicht die Gelegenheit mein Handeln klaren Kopfes zu hinterfragen.

Vor einigen Wochen, habe ich mich gezwungen, Ruhe einkehren zu lassen. Es war dringend nötig und irgendwie haben sich Dinge von alleine eingependelt. Ich habe angefangen die letzten Wochen und Monate mit meiner imaginären Lupe auf Details zu untersuchen, um festzustellen, wie sich mein Leben weiter entwickeln soll. Soweit dies in meinem Leben möglich ist, habe ich Routine einkehren lassen und mir meinen ganz persönlichen kleinen Alltag geschaffen. Ich muss sagen, dass dies die beste Entscheidung war, die ich seit langem getroffen habe.

Cale war für mich lange Zeit ein Ventil, eine Art Selbsttherapie; was ich aber in den letzten Wochen feststellen durfte, ist folgendes: Mir hat das Ganze bis zu einem bestimmten Punkt geholfen. Vieles hat sich aber tatsächlich nicht richtig angefühlt. Ich habe angefangen mich viel zu sehr mit Social Media zu beschäftigen, mich mit anderen Blogs zu vergleichen, habe mir böse Kommentare zu Herzen genommen und mich generell mehr um das Bild, was ich nach außen ausstrahle, beschäftigt, als mich um mein „echtes“ Leben zu kümmern. Instagram, Facebook, Pinterest, blablabla…Das ist alles in Ordnung, solange es nicht zu einem Zwang der Selbstdarstellung mutiert. Ich für meinen Teil mag Instagram, aber nicht das Gefühl, dass ich mich darüber definiere und andere, zum Teil wildfremde Menschen dabei beobachte, wie sie ihr ach so spannendes Leben führen. Das erzeugt eine gewisse Art von Neid, ein Gefühl was ich ganz besonders verabscheue. Ich habe keine Kraft mehr, auf diese ständige Selbstdarstellung, auf das ständige Teilen von Informationen und dieser „In meiner Welt ist alles prächtig und farbenfroh“ Illusion.

Also habe ich alles etwas reduziert, habe aufgehört irgendwelche sinnfreie Events zu besuchen, wo mich am Ende des Abends die Häppchen am positivsten gestimmt haben. Ich habe angefangen meinen privaten Facebook Account zu dem zu machen, was er zu Beginn darstellen sollte: Eine Möglichkeit mit meinen Freunden im Ausland zu kommunizieren. Und auch Cale hat etwas unter meiner Entscheidung für Reduzierung gelitten. Cale soll weiter existieren. Ich möchte auf Dauer weiterhin Reisen und Gedanken mit euch teilen und dies nach Lust und Laune. Außerdem wird demnächst eine Freundin von mir für Cale schreiben und ihre Gedanken und Ideen mit euch teilen. Allerdings soll alles so ungezwungen wie möglich sein. Ich möchte nicht, dass mich diese Plattform stresst. Ich habe mir vorgenommen, das Magazin weiterzuführen, solange es nicht bedeutet, dass es mich emotional beeinträchtigt. Ungezwungenheit ist hier das Zauberwort!

Ich konnte in den letzten Wochen feststellen, wohin es für mich beruflich geht. Ich werde mich etwas von der Medienwelt entfernen. Es war eine spannende Zeit, es ist aber ganz bestimmt nicht das, was ich mir auf Dauer in meinem Leben wünsche – Zumindest nicht hauptberuflich. Diese Entscheidung macht mich mehr als glücklich. Cale wird mich weiterhin begleiten, als Hobby und als etwas, was ich gerne nebenbei mache. Nun gilt es das echte Leben zu gestalten. Am Ende des Tages stellt sich mir nämlich die Frage: So where do you wanna belong to?

Alles liegt in meiner Hand. Was will ich mit der kostbaren Zeit, die mir geschenkt wurde, anstellen. Die Antwort ist so einfach. Ich gehöre dahin wo ich mich wohl fühle. Da wo es sich für mich persönlich richtig anfühlt. It’s as simple as that.


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