Schwangerschaftsgenörgel Teil 2 – Die Sache mit der Ganztagsübelkeit

31. Januar 2017

von Kaliopi

Die berühmtberüchtigte Morgenübelkeit – Sagen und Mythen drehen sich rund um eines, der vermeintlich ersten Anzeichen einer Schwangerschaft, lange vor der tatsächlichen Befruchtung. Als Nicht-Schwangere Frau, die irgendwann beabsichtigt Mitglied des Mamaclubs zu werden, gehört das Warten, auf genau dieses erste Anzeichen, zu dem Ich-möchte-schwanger-werden-Prozess, dazu. Es umschließt das ganze Paket, sozusagen. Was soll ich sagen, bei mir war das dann auch faktisch der Fall. Mein allererstes Anzeichen: Die Übelkeit! Nur habe ich diese ganze Thematik etwas „romantisiert“, wenn dieses Wort überhaupt im selben Atemzug mit Übelkeit verwendet werden darf. Man denkt also an das ganze Paket, an Schwangerschaftsübelkeit und nicht an die klassische, wiederwertige Form des Magenentleerens. Tatsächlich ist die Übelkeit und das Übergeben während der Schwangerschaft genauso widerwärtig. Frau, fühlt sich irgendwie hinters Licht geführt. Nicht nur, dass das Übergeben nun mal übergeben bleibt, man fühlt sich zusätzlich verraten, weil es sich hierbei, nicht wie der Begriff verspricht, Morgenübelkeit schimpft, viel mehr handelt es sich um eine Ganztagsübelkeit. Diese hinterhältige Ganztagsübelkeit ist sehr hartnäckig, macht sich breit und verweilt gute drei Monate.

So manch einer könnte meinen, dass ich übertreibe. Aber bei aller Liebe, ich meine das bitterernst. Ich kenne diese wundersamen Frauen, die vollkommen verschont bleiben, die durch die Schwangerschaft spazieren, stolz den runden Bauch präsentieren und ansonsten augenscheinlich keinerlei Veränderung bemerken, außer einer Tonne Glücksgefühle und wahnsinniger Vorfreude.

Meine Schwangerschaft begrüßte mich mit der Ganztagsübelkeit, harrte ganze drei Monate aus, nahm mir jeglichen Appetit (besonders schlimm empfand ich das im Urlaub in Griechenland, wo ich das ganze köstliche Essen nicht genießen konnte) und stahl mir ein wenig die Vorfreude.

Nun möchte ich aber abschließend erwähnen, dass ich nicht unbedingt zu den Frauen gehöre, die es am schlimmsten getroffen hat. Viele Frauen kennen diese drei monatige Phase und in der Regel verschwindet die Ganztagsübelkeit tatsächlich nach drei Monaten. Das zweite Trimester ist dann wesentlich entspannter und ich war einfach nur glücklich, als ich wieder Freude am Essen empfand. Es gibt aber auch Frauen, die nicht nur drei Monate an der Übelkeit leiden, sondern die ganze Schwangerschaft über. Um das zu toppen, müssen sich viele bis zum Schluss ständig übergeben. Diese Vorstellung ist wirklich schrecklich, deswegen habe ich großen Respekt vor diesen Frauen. Wir alle schaffen es am Ende diese 9 Monate zu überstehen, die Einen weniger steinig, die Anderen etwas holperiger. Das Resultat ist aber das, was letztendlich zählt. Im Vergleich zu dem, was einem gegeben wird, sind es die ganzen kleineren und größeren Strapazen, in der kleinen Zeitspanne der Schwangerschaft, wohl absolut wert. Ich plädiere aber trotzdem dafür, dass der Name Ganztagsübelkeit geläufiger wird. Alles andere ist doch irgendwie irreführend.


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