Schwangerschaftsbegrifflichkeiten – Die Kliniktasche Teil 1

16. Februar 2017

von Kaliopi

Ach Freunde, ich dachte ja törichterweise, dass ich als Mensch in den 30ern den Punkt erreicht habe, wo es kaum Themen und Gebiete gibt, in denen ich tatsächlich effektiv neues lernen könnte. Überheblichkeit wird schnell bestraft, liebe Leute. Das Leben ist ein sehr heimtückischer Lehrer, also wage es nicht geistesabwesend aus dem Fenster zu starren, während er dabei ist dir eine Lektion zu erteilen. Just in dem Moment ertönt nämlich dein Name und auf die darauffolgenden Fragen hast du partout keine sinnvollen Antworten! Diese Schwangerschaft ist eine Aneinanderreihung an Lektionen und Unbekanntem und ich muss, jetzt wo ich die Zielgerade sehen kann, wahrlich oft über meine vorangehende Aufgeblasenheit schmunzeln.

Es fängt schon bei Begriffen an, die sich entweder noch nie in mein Vokabular verirrt haben oder auf meinem bisher unbekümmerten Lebensweg gekonnt ignoriert wurden und somit nur peripher als Wort zu identifizieren waren. Hier nur ein kleiner Beigeschmack: Nestchen (hätte ich wahrscheinlich ansonsten mit Vögeln in Verbindung gebracht) Nuki (ein Deonym für das Fläschchen oder einen Schnuller?), Maxi Cosi (Ich wusste vorher tatsächlich nicht was das ist, auch wenn mir der Begriff schon öfter über den Weg gelaufen ist), Spucktücher, Schnullerkette und und und…Dazu kommen aber noch Begrifflichkeiten, die als Wort einen Sinn machen, deren Bedeutung aber erst jetzt bei mir ankommen, da sie tatsächlich in Kraft gesetzt werden; wie zum Beispiel: Die Kliniktasche!! Als ich vor einigen Wochen damit in Berührung kam, lösten die Worte einen kalten Schauer bei mir aus. Ich wusste nicht genau warum, aber irgendwas klang beängstigend. Heute, wo ich schon fast in der 33 Schwangerschaftswoche bin, weiß ich, was die Gänsehaut auslöste: Die Tatsache, dass es bald so weit ist! Die Geburt! Der Aufenthalt im Krankenhaus! Die schmerzliche Angelegenheit, die  sich vor dem eigentlichen Wunder ereignet. Die Prozedur, die die meisten Frauen verdrängen; die so schmerzhaft sein soll, dass Frau, nicht drauf angesprochen werden mag. Das Packen der Kliniktasche erinnert zu Begin an einen Aufenthalt in einem Spa. Nachdem ich mir mehrere Checklisten ansehe und feststelle, dass diese Kliniktasche sich in drei Kliniktaschen unterteilt (Kreissaal, Aufenthalt und Babytasche) entwerfe ich meine eigens zusammengesetzte Liste und gehe frohen Mutes los um für diesen „Spabesuch“ einzukaufen. Ich sehe mich interessiert in Drogeriemärkten um, kaufe winzig kleine Bodys und Strample für das Baby ein und diverse Hygieneartikel. Soweit erinnert wirklich alles an Urlaubsvorbereitungen.

Zuhause angekommen beginne ich Häkchen auf meiner Liste abzuhacken (Häkchen haben etwas sehr Befriedigendes) und langsam die Taschen zu packen. Mittendrin ereilt mich die erste Mini-Panikattacke – Als ich nämlich die überdimensional großen Binden in der Hand halte, etwas, was ich in meinem Leben noch nicht benutzt habe. Ich google also: Binden für die Geburt (natürlich kann ich mir schon im Vorfeld meinen Teil denken), aber schwarz auf weiß zu lesen, dass der schmerzhafte Part mit der Geburt nicht vorbei ist und dass Risse und Blutungen den ganzen Prozess noch viel abenteuerlicher machen und diese Binden deswegen erforderlich sind, gibt mir den Rest. Ich hyperventilierte und rufe eine Freundin an, die die Talfahrt der Geburt schon zwei Mal überstanden hat. Nach einer Stunde gut zureden, machte ich mich wieder daran zu packen und versuche mich darauf zu konzentrieren, wie es sich anfühlen wird das kleine Reh final im Arm zu halten. Ich kann nicht behaupten, dass es mich komplett beruhigt, aber ich hatte seitdem auch keine ernstzunehmenden Aussetzer mehr. Ja, ich habe Angst vor der Geburt, was viel damit zu tun hat, dass ich gerne alles unter Kontrolle habe und schlecht mit Dingen umgehen kann, die mir unbekannt sind. Nun ja, ich denke dies ist eine weitere Lektion und ich bin bereit für alles was kommt. Übrigens werde Ich euch nach der Geburt berichten, was ich letztendlich aus diesen drei Taschen wirklich gebraucht habe.

So, nun aber genug geheult. Hier seht ihr, was ich in meine erste Tasche, nämlich die Tasche für den Aufenthalt, gepackt habe. Erläuterungen folgen unter den Bildern.

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Bücher dürfen bei mir nicht fehlen. Generell nehme ich immer mindestens ein Buch mit, ob zum Einkaufen oder sonst wo in der weiten Welt. Es kann immer vorkommen, dass ich was aufheiterndes zu lesen brauche oder etwas spannendes. Mir ist klar, dass ich eventuell gar nicht zum lesen komme, aber sicher ist sicher und wer weiss, wie lange das kleine Reh auf sich warten lässt. “A little Life” von Hanya Yanagihara hat mir eine liebe Freundin schon vor einigen Monaten geschenkt. Ich habe schon reingeschnuppert und ich versuche wann immer es möglich ist ein wenig zu lesen. Soweit gefällt es mir unheimlich gut! “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück – Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit hat mir meine Schwiegermutter ausgeliehen und sie hat es zu ihrer Zeit, als sie schwanger war, gelesen. Die Autorin, die mehrere Jahre bei den Yequana-Indianern im Dschungel Venezuelas gelebt hat, schildert eindrucksvoll deren harmonisches, glückliches Zusammenleben. Ich halte nicht viel von Ratgebern, aber das ist eins der zwei Bücher, die ich über Erziehung lesen mag. Was ich über das Buch “Der Gott der kleinen Dinge” weiss ist, dass einer der Schauplätze das indische Kerala ist, der Ort an dem ein Teil, der Wurzeln meines Mannes entstammt. Grund genug das Buch zu lesen, vor allem, wenn ein Teil meines Kindes auch indisch sein wird. Das vierte Buch “Unschuld” von Jonathan Franzen ist auch eine Empfehlung meiner Schwiegermutter. Auch das habe ich bereits angefangen zu lesen, kann aber noch nicht genau sagen, wie ich es kategorisieren soll. Alles was ich weiss ist, dass die Sprache unheimlich gut ist und sich schon zu Beginn viel Spannung aufbaut, ohne dass viel passiert. Der kleine blaue Elefant gehört meinem Mann und muss auch mit, als Glücksbringer :)

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Mir wurde gesagt, dass warme Socken für die Geburt sehr wichtig sind, weil kalte Füsse den Geburtsprozess wohl hemmen. Hausschuhe nehme ich in Form meiner Birkenstocks mit.

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Mir ist es sehr wichtig mich während meines Aufenthalts im Krankenhaus frisch und sauber zu fühlen. Ich finde, dass da frische helle Farben und weiche Stoffe sehr hilfreich für dieses Frischegefühl sind. Diese Nachthemden gehören meiner Mama. Ich liebe ihre stets gutriechenden und schönen Klamotten und deswegen war es klar, dass ich diese drei Lieblingsstücke einpacke!

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Das weiche Flanellhemd gehört ebenfalls meiner Mama, ist superweich und dazu noch lang. Es soll wohl total praktisch sein, wenn die Kleine erst Mal da ist, weil es das Stillen durch die Knöpfe einfacher macht. Mein grauer Lieblingscardigan von &OtherStories hält dann für Spaziergänge auf dem Gang her!

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Meine Eltern sind meine Lieblingsausstatter, was Bekleidung angeht und so ist auch der Bademantel von meiner Mamita. Von den weissen Beuteln habe ich drei Stück eingepackt, weil die unheimlich praktisch für Schmutzwäsche sind!


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