Liebes Berlin, ich glaube, wir müssen mal reden…

28. Juni 2014

von Lea

Wenn man in einer Stadt wie Berlin lebt, dann weiß man nach einer Weile ziemlich sicher: nicht jeder meint es so ernst mit dem, was er sagt. Als ‘Moloch der verlorenen Seelen’ wird es auch nicht selten bezeichnet und bei allen Vorteilen stellt  sich für einen Menschen mit einem gewissen Sozialbedürfnis schnell heraus: ein dickes Fell könnte nicht schaden. Oder aber die Fähigkeit, Dinge nicht zu ernst zu sehen und am besten nichts zu erwarten. Oder aber gleich selbst ein bisschen mehr Arschloch zu werden. Wie Du mir, so ich Dir, sozusagen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich mich über dieses Thema auslasse. Erwartungshaltung, Werte, Schnelllebigkeit, blablabla.Wir sind die Träumer und erwarten einfach zu viel?  NÖ.

– denn nach 5 Jahren Berlin inklusive aller Irrungen und Wirrungen kann ich nun wirklich mit tiefer Sicherheit behaupten: Maybe you should go fuck yourself. Denn wenn jemand nicht alle Tassen im Schrank hat, dann  sind  es ebenjene, die mir weis machen wollten, dass die Welt nur so funktioniert. Ein bisschen mehr ego, ein bisschen weniger kümmern, ein bisschen weniger denken… ‘just enjoy…’.  Ahja.

Ich glaube, wir können selbst entscheiden, welcher Mensch wir sein wollen. Und genauso glaube ich, dass wir stark beeinflussen können, uns zu diesem Menschen zu entwickeln. Denn wir sind letztlich gar nicht so fremdgesteuert durch die Gesellschaft oder das, was gerade passiert. Wir sind ausgerüstet mit einer guten Intuitionen und meistens auch mit vernünftigen Werten. Versteht mich bitte nicht falsch, es geht hier nicht um ‘Ja und Amen’ sagen. Eine vernünftige Positionierung ist meiner Meinung nach überlebenswichtig, Grenzen abstecken genauso. Und ein Mäuschen muss und sollte hier keiner sein. Mir geht es lediglich um Gutherzigkeit und Loyalität. Mit Freundlichkeit und Respekt hat sich doch noch keiner einen Zacken aus der Krone gebrochen. Lächeln. Es geht um Zwischenmenschlichkeit. Denn eigentlich sind wir doch nur im Team richtig gut, oder nicht? Bonny & Clyde, Ernie & Bert, Batman & Robin, Thelma & Luis – alleine hätten die sicher nicht so gut funktioniert und in einem echtem Team MUSS man sich eben verlassen können. Und vertrauen, ohne sich dabei völlig blauäugig zu fühlen.

Was ich damit sagen will, ist: Liebe Generation Y, wir hatten doch jetzt unseren Spaß. Wir standen im Mittelpunkt und hatten unsere Momente. Aber langsam wird es Zeit, mal wieder klarzukommen. Aufstehen, schütteln, strecken, ausatmen. Wie wollen wir sein, was wollen wir für Menschen um uns herum? Menschen, die viel erzählen, aber wenig tun, haben uns doch eher selten beeindruckt… Deshalb mein wenig innovativer, dennoch immens bedeutender Vorschlag: Try to be nice to people.  Denn: “As a goal in life, i think, we could do worse than try to be kinder.” (Geroge Saunders)


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