Gelassenheit in der Schwangerschaft und neue Projekte

9. Februar 2017

von Kaliopi

Die Schwangerschaft hat mir, obwohl es anhand meiner vorangehenden Texte anders wirken mag, nicht nur körperliche Wehwehchen und emotionale Verstimmtheit gebracht. Denn vor allem an der emotionalen Front gab es, nach anfänglichem Unmut, viele positive Veränderungen – eine neugewonnene Wahrnehmung für meinen Körper, noch nie dagewesene Gefühle für ein Geschöpf, das noch gar nicht das Licht der Welt erblickt hat und ein sehr ungewohnt, entspanntes Inneres. Nachdem mir der Arzt Ruhe verordnete, fing auch das tatsächliche Entspannen an und wer mich kennt, weiß, dass ich mich sehr schwer mit dem Wort Entspannung tue. In den vergangenen Wochen konnte ich unheimlich viel mentale Energie tanken, was dazu führte, dass ich endlich mein Buchprojekt in Angriff nahm. Ich habe es endlich geschafft mich hinzusetzen, alles zu durchdenken und einen Anfang zu machen. Ich habe mir kein Zeitlimit gesetzt, was für mich sehr wichtig ist, weil ich selbst mit selbstkreiertem Druck nur schwer umgehen kann. Ich komme voran und ich verspüre so viel Euphorie, Freude und ein außergewöhnliches Hochgefühl  für dieses und weitere Projekte. Das Schreiben hat mir in den letzten Monaten in einer fast schon therapeutischen Form geholfen und das Freiberuflerleben entpuppte sich besonders in der Schwangerschaft als äußerst sinnvoll. Auch habe ich Spaß am Zeichen und Malen wiederentdeckt. Noch bin ich am experimentieren, aber auch da stehen Projekte an und meine alte Leidenschaft bereitet mir mehr Freude denn je. Ich glaube dieses Hochgefühl ist genau das, was Selbstverwirklichung ausmacht; Freude am Schaffen und Kreieren, keine Angst vor Kritik, ganz besonders nicht vor der eigenen sehr zerstörerischen Selbstkritik und den eigens kreierten Druck auf ein Minimum reduzieren. So weit klappt das ganz gut. Das Baby in meinem Bauch hat es geschafft, dass ich vieles so viel gelassener sehe. Ich habe mich von Neidhammeln distanziert, ich versuche mich weniger aufzuregen und ich halte mich aus Lästereien und Nicht-Gönnertum raus. Jeder sollte sein eigenes, selbstkreiertes schönes Leben führen und ich möchte meinem Kind beibringen, wie wichtig es ist Bescheiden, aber bestimmt zu sein.  Es soll die Fähigkeit des Verzeihens und der Nachgiebigkeit (solange es die Situation rechtfertigt) haben. Dieses Kind soll in jedem Fall Großzügigkeit kennen, aber mit einem Radar für Falschheit und Lügen. Es soll Gutmütigkeit als etwas wertvolles betrachten und  nicht als Schwäche. Ein guter, aber auch mit Fehlern behafteter Mensch, gesteht sich sein Fehlverhalten ein und ist stets reflektiert. Es geht gar nicht darum in irgendeiner Form perfekt zu sein. Es geht lediglich darum morgens zufrieden in den Spiegel schauen zu können und Respekt für sich und seine Umgebung zu versprühen!


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