Hej Dirk – zeig uns doch mal Deine Welt!

28. Oktober 2013

von Lea

Witzig sein, ist gar nicht mal so einfach. Vor allem nicht auf Knopfdruck. Erinnere ich mich an Momente zurück, in denen ich mein Gegenüber durch zwanghaften Humor beeindrucken wollte, dann überkommt mich ein unangenehmer Schwall von Gefühlen und ich muss augenblicklich beschämt zu Boden gucken. Oweia, so etwas geht in der Regel nicht gut. Es sei denn, man heißt Dirk und zeichnet Comics, die bisher schon jeder komisch fand. Bloß macht Dirk das irgendwie nicht gezwungen, sondern ganz unbeabsichtigt. Auch wenn er damit sein Geld verdient.

Dirk ist 32 Jahre, kommt aus den Niederlanden, lebt inzwischen aber in Neukölln. Warum? Weil er es dort sehr gerne mag. Und weil es außerdem sehr viel Sinn macht, als Künstler in Berlin zu leben. Hier ist er frei, hier verkauft er seine Zeichnungen auf den Märkten der Stadt und hier findet er immer wieder Menschen, die seine Arbeit zu schätzen wissen. Und diese dann auch kaufen. Denn schätzen alleine, reicht nun mal nicht. Übliches Problem.

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Ich würde behaupten, Dirk gehört zu diesen Menschen, die eigentlich gar nicht wissen wie cool sie sind und dadurch gleich noch einen Sympathiebonus oben draufhauen. Er weiß es nicht und eigentlich will er es auch gar nicht sein. Fragt man ihn beispielsweise nach dem Namen seiner Schuhe, dann schüttelt er nur leicht überfordert den Kopf. “Perfection is boring” hat er mir mal in einem äußerst passenden Moment mit auf den Weg gegeben und seitdem muss ich oft daran denken, wenn ich mich mal wieder über kleine Dinge an mir ärgere, die irgendwie anders sein könnten. Haste aber recht, Dirk, wer braucht schon perfection? Danke fürs Erinnern.

Aber zurück zu den Comics. Wie kommt man eigentlich darauf, Comiczeichner zu werden? Dirk behauptet, das sei das einzige, das er richtig gut kann und wir merken schon während des Aussprechens, dass er uns dabei wohl einen Bären aufbindet. Das Einzige ist es sicher nicht – dafür schlummert einfach zu viel Kreativität in ihm – aber wir geben ihm recht, dass er das wirklich besonders gut kann. Und weil er sich auch ein bisschen freut, wenn sich andere freuen, teilt er seine Zeichnungen auch ganz umsonst mit uns und den Straßen von Berlin: wer also zukünftig mit geöffneten Augen durch die Stadt läuft, findet vielleicht mal eine Zettel dieser Art hier oder da und weiß dann: “Achja, die kommen von Dirk und der freut sich jetzt, wenn wir uns freuen!”

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Was sollte man über Dirk noch wissen? Nun ja, Dirk hat lange Haare und eine Brille, er arbeitet meist vor einem unglaublich großen Bildschirm in einer kleinen (aber äußerst bezaubernden) Bürogemeinschaft in Neukölln. Wenn er morgens aufsteht, dann braucht er als allererstes Mal einen Kaffee, anschließend starrt er dann für eine Weile einfach ins Leere. Manchmal nervt es ihn, dass er zu jeder Zeit kreativ sein muss, auch wenn er so überhaupt gar keine Ideen hat. Er ist ein bisschen unsicher, verpackt das aber ganz charmant und mit einer wirklich herzerwärmenden Art. Er erinnert sich nur ungern an ein äußerst peinliches Karnevalserlebnis aus Kindertagen und mag ziemlich gerne seine selbstgemachte Paprikasuppe. Und seine Freundin, die mag er natürlich auch. Weil er an den Sonntagen immer in seinem Stand steht und Bilder verkauft, sind die Montage seine Sonntage und diese verbringt er dann ziemlich gerne mit 80er Jahre Filmen, lesen, spazieren und Musik. Walking the Cow ist dabei sein ganz klarer Favorit. Wenn er etwas anfängt, dann beendet er es in der Regel auch und wenn er könnte, dann besäße er ein eigenes Baumhaus.

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Wir würden jedem empfehlen, mal mit Dirk einen Kaffee trinken zu gehen. Und wenn das nicht gehen sollte (weil Dirk von unserer Empfehlung vielleicht nicht so viel halten sollte), dann würden wir dringend raten, die Augen offen zu halten. Da kommt nämlich noch einiges aus dem Hause Dirk und weil er das mit ganz schön viel Herz macht, lohnt es sich, ihm auch hier zu folgen!


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