Auf einen Kaffee mit Katja von Katberlin

21. April 2015

von Kaliopi

Wir sitzen zusammen im Café, schlürfen heißen Matcha Tee, philosophieren über das Leben, über die Art und Weise, wie das Universum Menschen zusammenführt, über die Intensivität der letzten zwei Jahre und über die magischen Optionen, die uns in diesem Jahr bevorstehen. Katja – Meine Business Partnerin, engste Vertraute und russische Seelenverwandte. Aber was macht das Berliner Mädchen mit russischen Wurzeln sonst so?

ballonhut melon hat Kopie

Katja ist ein Multitalent. Als wir uns vor sechs Jahren in einer Berliner Kunstakademie trafen, wussten wir sofort, das ist Freundschaft fürs Leben. Sie begeisterte mich sofort. Es gibt Menschen, die stecken mit ihrer Power und Dynamik an, unaufhaltsam, wie eine Naturgewalt. So ein Mensch ist Katja. Für mich gilt sie als Bloggerpionier. Rückblick: Wir schreiben das Jahr 2009 und Katjusha erklärt mir, was das Bloggen ist und dass es in der Zukunft eine riesen Sache wird. Sie behielt Recht, denn eine Sache kann Katja besonders gut: Voraussehen, was in der Zukunft erfolgsversprechend ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und ihre Kreativität in die richtigen Bahnen lenken.

katja chillt san remo strand Kopie

Katja ist seit fünf Jahren erfolgreiche Bloggerin. Seit kurzem gehört sie dem Bloggernetzwerk Blogwalk an, war bei dem VOX-Format „Auf und Davon“ zu sehen, hat ihre eigene kreative DIY Show im Sat1 Frühstücksfernsehen und hat vor Kurzem das Berliner Hotspot Magazin Katberlin gegründet. Nebenbei hat sie noch diverse andere Projekte an denen sie arbeitet und manchmal fragt man sich, wie das Energiebündel Zeit für andere Dinge findet. Kein Problem. Katja liebt das Leben und ihr Dasein als Freiberuflerin, was bedeutet, dass alles was sie tut Spaß macht. Wenn man das Glück hat mit dem Kreativbündel nicht nur zusammenzuarbeiten, sondern auch zu arbeiten, kann man jeden Tag was erleben und die absurdesten Abenteuer mitmachen. So muss das Leben sein, Freunde.

Ich sitze mit Katja im Cafè und wir schlürfen Matcha Tee. „Lust auf ein kleines Interview?, frag ich sie. „Na klar! Schieß los.“

1. Welchen Filmcharakter würdest du spielen, wenn du es dir aussuchen könntest?

MacGyver – er hat sich immer aus jeder heiklen Situation heraus manövriert. Immer wenn es ausweglos schien, fand er eine clevere Lösung. Welcome to my life!


2. Wie gehst du generell mit Rückschlägen um?

Meine Mutter nennt mich immer liebevoll Aufstehmännchen. Die Frauen in unserer Familie sind ziemlich stark und resistent – ich kann jedenfalls von mir behaupten, dass ich nie die Hoffnung aufgebe und das stärkt mich. Ich finde es traurig, wenn Leute, die Rückschläge erleben sich den einfacheren Weg nehmen und zum Zyniker und Arschloch mutieren, weil „die Welt da draußen doch so böse ist“. Wie wäre es mal mit anderem Beispiel entgegen zutreten? Wenn man einen schlechten Tag oder eine schlechte Phase erlebt, dann heißt es nicht gleich, dass es ein schlechtes Leben ist! Selbstmitleid ist sehr gefährlich, deswegen ist Ablenkung die beste Medezin. Gute Ablenkungsmethoden: Reisen, Bikram Yoga, viel Om, lesen, Moodboards basteln, kreativ sein, binaurale Beats und klassische Musik, heiße Bäder, Matcha-Tee, Leute treffen, die auf deiner Frequenz mitschwingen.

 

3. Welche Bedeutung hat Berlin für dich?

Berlin heißt Veränderung – in Bezug aufs Leben hat mich Berlin gelehrt, dass man Veränderungen mit offenen Armen empfangen sollte. Veränderung ist nämlich die einzige Konstante. Ich bin zum Beispiel auch keine festgefahrene Berlinerin – ich beobachte gespannt die Entwicklung dieser Stadt und heiße jeden Neuling und alles Neuartige hier willkommen.

 

4. Was ist Heimat?

Der Ort, an den man sich unbekümmert fühlen kann. Ein Ort, an dem man äußerlich und seelisch ungeschminkt rumlaufen darf, sich nicht rechtfertigen oder darstellen muss und man trotzdem geliebt und akzeptiert wird.

 

5. Was bedeutet für dich Loyalität?

Loyalität ist zu lieben und zu einem zu stehen, ohne zu hinterfragen.

Neulich habe ich wieder den Film „Jerry Maguire“ angeschaut. Legendäre Szene: Jerry (Tom Cruise) wurde gefeuert. Er rennt in sein (Ex)-Angestelltenbüro, um zu verkünden, dass er eine neue Firma gründen möchte und schreit: „Who’s coming with me?“ Seine „loyalen“ Mitarbeiter, die ihm einen Tag vorher auf einer Party Zucker um den Mund geschmiert haben, wandten ihm in dem Moment den Rücken zu. Auf einmal sagt Dorothy (Rene Zellweger) „I’ll go with you!!“. Jetzt mal übertrieben metaphorisch dargestellt: Egal wie weit unten man sich gerade in seinem Leben befindet – jeder möchte eine Dorothy an seiner Seite haben und jeder sollte für seine Liebsten eine Dorothy sein. Wie gesagt alles ist eine Phase und wenn du deine Liebsten in einem schwierigen Moment in Stich lässt, dann erwarte nicht, dass sie dich später in ihren Erfolg integrieren.

will-you-go-out-with-me_26033_50839

6. Mit welcher berühmten Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du dich gerne auf einen Kaffee treffen?

Darf ich eine Frau UND einen Mann aussuchen? Also, mit Arianna Huffington würde ich mich gerne auf einen Kaffee treffen und über ihr Buch „Thrive“ und Spirituelles quatschen.

Ansonsten würde ich gerne Russell Brand kennenlernen. Er bringt mich einfach extrem zum Lachen. Russell ist ein Komiker, Aktivist und ist politisch sehr engagiert. Da sitze ich tatsächlich hinter meinem Laptop, schaue seine Interviews an oder seinen Youtube-Kanal „The Trews“ (Mischung aus True News) und muss echt lauthals lachen. Mit viel Witz, Wortgewandheit und Leichtigkeit redet er über die momentane politische Lage und bezieht die jungen Leute aktiv ein, denen in der Hinsicht auch wenig zugetraut wird. Das ist in der erste bewusste Fehler, den man eingeführt hat in die Politik: Wir werden in dem Glauben gelassen, dass Politik zu kompliziert ist – das ist nur was für Akademiker. Dank Internet, etwas Neugier und einer Portion gesundem Menschenverstand hat jeder nun die Möglichkeit seine eigenen Wissensquellen herauszufiltern und sich sein eigenes Bild zusammen zu puzzeln. Ich habe es satt mich einschüchtern zu lassen und  Meinungen aufgedrückt zu bekommen. Ich weiß, man kann Russell als Verschwörungstheoretiker einstufen – „die Hexen der Moderne“, aber wie wäre es mal zu sagen: Es sind Menschen, die Dinge hinterfragen und nicht allem blind vertrauen. Ich meine, warum werden zum Beispiel auf allen Werbebanners fettige Pink-Slime-Burger glorifiziert, anstatt eine riesige Box Karotten mit frischem Hummus? Das sind offensichtliche Fehler in der Matrix und der Großteil hat immer noch kein Bock das zu hinterfragen. Es sind so viele schlechte Menschen an der Macht – ich nenne sie mal: Charismatische Soziopathen. Fox News ist ein gutes Beispiel des „fortgeschrittenen Westens“. Ich mag, dass Russell mit offenen Karten spielt und Dinge anspricht, die nicht so recht ins Licht gerückt werden. 

 

7. Welche drei Eigenschaften muss ein Mensch mitbringen, um dich zu begeistern?

Empathie, Kampfgeist … Menschen mit Visionen.

 

8. Katberlin – Was sind die Zukunftsprognosen und was hebt die Seite von anderen Berliner Seiten ab?

Es ist ein kleines Start-Up und wurde ganz nach dem„Bootstrapping“-Prinzip aufgezogen, d.h. wir haben so gut wie mit nichts angefangen. Dafür kam uns unser jahrelang aufgebautes Netzwerk zu Gute.

Berlin ist eine Pilgerstätte für Partywütige und Kulturinteressierte. Das internationale Publikum verbreitetet sich hier wie ein gutartiger Virus. Wir werden die Seite noch auf zahlreichen Sprachen übersetzen. Außerdem soll die Seite ähnlich wie Pinterest strukturiert werden, so dass man die Hotspots in sogenannten „Boards“ sammeln kann. Für so eine Aufrüstung ist mehr Geld benötigt. Wir sind gerade mit einem Investor in Verhandlung – es sieht gut aus.

9. Hättest du jetzt einen Wunsch frei, was würdest du dir wünschen?

Leichtigkeit.

10. Vollende den Satz: Life is…

Bittersweet. But sweet beats the bitter.

ammic Kopie
messedamm walking Kopie

Schreib einen Kommentar!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>