Auf einen Kaffee mit den Augustines

7. Februar 2014

von Kaliopi

Wenn ich meinen Gedankengängen nachgehe, begleiten mich stets Melodien und musikalische Lieblinge. Der Soundtrack meines Lebens ist bunt und vielfältig. Manche Lieder lassen mich lachen, andere wiederum unterstützen mein melancholisches Wesen und berühren mich auf verschiedensten Ebenen. Wenn Musik unter die Haut geht, kann es sich nur um lebensechte Höhepunkte handeln. So einen Höhepunkt durfte ich mit der Musik von den Augustines erleben.

„Rise Ye Sunken Ships“ – das Debüt, welches 2011 erschien, begleitete mich im letzten Jahr. Dementsprechend aufgeregt war ich vor dem bevorstehenden Interview. Billy McCarthy, Eric Sanderson und Rob Allen warten bereits in den Interviewhallen. Die Stimmung ist heiter, die Jungs in bester Laune. Kein Wunder – Nach den vergangenen Erfolgen durch „Rise Ye Sunken Ships“ und der derzeitigen Promotour durch Europa und den USA, können die drei es kaum erwarten, ihr neues Album der Welt zu präsentieren. Dieses trägt ebenfalls den Namen der Band Augustines und ist im Gegensatz zu dem Vorgänger ein hoffungsvolles und zukunftsweisendes Musikhäppchen. Private Schicksalsschläge, der Tod geliebter Menschen, der Kampf mit raffgierigen Managern, Geldprobleme im schnelllebigen New York und die ständige Angst, den eigenen Träumen und der Liebe zur Musik nicht nachgehen zu können – all dies wurde in der vergangenen Platte verarbeitet. Sänger Billy sagt dazu, dass in „Rise Ye Sunken Ships“ Themen angeschnitten wurden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind, während die neue PlatteAugustines“ mit hoffnungsvollen Blick in die Zukunft schaut.

Die drei sind Kämpfer, sie sind Träumer, aber gleichzeitig pragmatisch und ambitioniert. Der Weg zum Erfolg war nicht immer leicht, erzählen sie. Nachdem sie anfänglich ihren Namen Augustines wegen rechtlichen Problemen in We are Augustines umändern mussten, wurde nun aufgeatmet. Alles beim Alten, alles wie es sein soll – Augustines!

An sich gleicht das Interview eher einem angeregten Plausch unter Freunden. Wir reden über New York und die Hassliebe zu dieser Stadt. Eric erklärt mit angenehmer und sanfter Stimme, dass eine Stadt wie New York nicht fair ist. Sie ist direkt und sie lässt dich kämpfen. Sie definiert welche Art von Künstler du bist, erklärt er. Sie separiert die Künstler, die nur experimentieren von denen, die es tatsächlich sind. New York lässt dich nicht Ausruhen; das ist wunderschön und gleichzeitig ermüdend. Jeder New Yorker, erzählt er, hat wohl mindestens ein Mal darüber nachgedacht, die Stadt zu verlassen und bleibt dennoch.

Billy erzählt, dass jeder von ihnen so ambitioniert und ehrgeizig ist, dass diese Stadt der richtige Lehrer war. Es war wohl immer schwierig für die drei, einem einfachen und sicheren Job nachzugehen und sich damit zufrieden zu geben. Das kann wohl nicht der Sinn des Lebens sein, erklärt er mir. Zumindest nicht seiner. Schlagzeuger Rob kam genau aus diesem Grund nach New York. Er wuchs in London auf, wusste aber genau, dass er in die große weite Welt hinaus muss, um sein Leben so zu gestalten, wie er es für richtig hält; was sich als viel schwieriger erwies als zunächst gedacht, erklärt er. Denn plötzlich findet man sich in einer Stadt wieder, die voll von Künstlern ist und auf einmal muss man sich vergleichen, sich beweisen.

augneneu

Die drei sind sich einig, dass Berlin ebenfalls eine tolle Stadt für Künstler ist. Vielleicht ist es sogar einfacher in Berlin zu leben, philosophiert McCarthy. Er empfindet Berlin als eine Stadt die kreativen Leuten, die die nötige Plattform bietet, sich auszudrücken. Zeit ist sehr wichtig, wenn man ein Künstler ist. Berlin verschafft eben jenen mehr Zeit, um sich zu entfalten und kreativ zu sein.

Das gleichnamige Album „Augustines“ beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Freiheit, Mut und zu sich selber finden. „Now you are free“ behandelt das Thema Loslassen und sich von den alten Geistern und Altlasten lösen. „Walkabout“ ist wohl eines der eindrucksvollsten Songs, wenn man mich fragt. Der nahezu zerbrechliche Einstieg mit Klavieruntermalung und McCarthys sanfter Stimme erzeugt nach und nach durch den Einstieg der Gitarre und des Schlagzeugs und dem immer stärker werdenden Gesang eine atemberaubende Atmosphäre. Spätestens nach dem Einsatz der Streicher und Bläser ist das Gänsehautgefühl nicht mehr aufzuhalten.

„Cruel City“ versetzt durch tropische Rhythmen in gute Laune und in „The Avenue“ wird klar wie sehr Sänger Billy und das musikalische Talent Eric Sanderson auf der Bühne harmonieren. „Hold onto anything“ schließt das starke Album ab und lässt mich lange überlegen.

Letztendlich komme ich zu dem Entschluss, dass beide Alben das Potenzial für die Ewigkeit haben. Man könnte allerdings meinen, dass der Optimismus ihres zweiten Streichs das Debüt ein kleinwenig schlägt. Augustines haben sich den Erfolg erkämpft und verdient und sind nun frei!

Augustines // “Cruel City” from Bryan Schlam on Vimeo.


Schreib einen Kommentar!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>