2015 – Ein kleines Fazit

5. Januar 2016

von Kaliopi

Ich atme ein, ich atme aus und alles was ich empfinde, alles was meinen Körper durchdringt, ist Freude. Keine bodenlose Erleichterung, kein entladen von angehäuften Enttäuschungen, die nur darauf warteten kopfüber in das Jahr 2015 zu springen und 2014 den blanken Hintern entgegenzustrecken.

Ich habe das Jahr 2014 als intensiv beschrieben. Es war extrem lehrreich, aber auch unheimlich anstrengend und einnehmend. Ich konnte es kaum erwarten in das neue Jahr zu starten, wollte alles Schlechte hinter mir lassen, mich in ein neues, noch ungeschriebenes Kapitel stürzen, frei von schlechtem Karma und losen Enden; und genau das passierte tatsächlich auch. 2015 begann sonnig, das Wetter war fantastisch und unbeschreiblich motivierend. Ich konnte kaum glauben, dass der erste Januar das neue Jahr, so sonnig einläutete. Ich betrachtete diese Tatsache als gutes Omen und sendete all meine positive Energie in das Universum, welches ich noch einige Monate zuvor, misstrauisch beobachtete. Dabei war es gar nicht die Schuld des Universums. Ich sendete einfach viel zu viel Negativität aus und als Resultat bekam ich auch nur ablehnendes Feedback. Ich ertrug das Echo nicht, vertrödelte den Absprung aus der Negativspirale fast schon mutwillig. Und als ich die Augen öffnete, an diesem besagten 1. Januar 2015, fühlte ich mich wie neugeboren. Zwar noch etwas kraftlos auf den Beinen, ein wenig argwöhnisch und sehr bedacht, aber gleichzeitig auch zuversichtlich und hoffnungsvoll. Dieses Gefühl zog sich, wie ein roter Faden, durch das komplette Jahr.

Ich ging alles langsam an, reiste nach New Orleans, mit meinem Seelenverwandten, entschied mich für die Liebe und gegen jegliche Bedenken und Hürden, die sich auftaten, verabschiedete mich endgültig und unwiderruflich von Lästerbacken und falschen Freunden, verbrachte einen fantastischen Sommer, stellte mich diversen Ängsten, sah ein, dass bestimmte Lektionen aus dem Jahr 2014 notwendig waren, um mich emotional reifen zu lassen und am allerwichtigsten: Ich verzieh. Ich musste verzeihen, ich musste den angesammelten Frust, den sinnlosen Groll, die Negativität, die durch meinen Körper marschierte, ihn langsam, aber stetig vergiftete, ausschwitzen. Ich musste das tun, um mich zu befreien, mich loszulösen von alten Zwängen, Vergleichen und dieser unangebrachten Bitterkeit, die mich zu übermannen drohte. Mir blieb keine andere Wahl, als meinen Stolz über Bord zu werfen und mir selber zu beweisen, dass diese Selbstreflektion, von der ich immer so schön predige, nicht nur leeres Gequatsche ist. Es ist eine Sache selbstreflektiert zu sein, aber eine ganz andere, auch so zu handeln, sich dieser Einsicht auch anzunehmen.

Ich habe ganz bestimmt nicht die Weisheit mit Löffeln in mich hineingeschaufelt. Ganz im Gegenteil. Es gibt noch sehr viel Arbeit, unzählige Baustellen und eine Menge Lektionen zu lernen. In einer therapeutischen Sitzung würde man wohl behaupten, dies war ein Durchbruch. Ja, das war 2015; ein Durchbruch, eine Reihe von Aha- Momenten, die alle in eine Art Zufriedenheit mündeten. Rückschläge gibt es natürlich trotzdem immer wieder. Es gibt Tage, da wirft man jeden guten Vorsatz, jegliche Gelassenheit über Bord. Dann stehe ich am nächsten Tag auf und stellt fest, dass die Positivität nicht verschwunden ist. Sie hat sich nur für einen Moment ausgeruht, sich verkrümelt, um das bockige Ego nicht ganz auszuschalten. Wie sagte meine Omi immer: Alles braucht seine Balance und dann macht man einfach einen Schritt vor den anderen!


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