10 Fakten über meine Schwangerschaft

20. März 2017

von Kaliopi

Endspurt! Vier Wochen bis die Untermieterin in meinem Bauch umsiedelt zumindest, wenn man den errechneten Fälligkeitstag als tatsächlichen „Auszugstermin“ kalkuliert. Die Aufregung und der wachsende Übereifer haben sämtliche Angstzustände auf unbestimmte Zeit blockiert; danke dafür, liebe Mutter Natur und danke an meine unkontrollierbare und zeitweise strapazierende Ungeduld. Ihr seid verlässliche Panikbekämpfer. Und da ich ein unheimlich großer Verfechter von Übersichten und Resümees bin, gibt es folglich schon Mal ein klitzekleines Fazit und ein paar ungeschminkte Fakten bezüglich des bisherigen Verlaufs meiner Schwangerschaft.

Fakt 1: Meinen ersten Schwangerschaftstest habe ich in München auf einer öffentlichen Toilette gemacht. Ich musste auf meinen Mann warten, der bei einem Termin war und da mir an dem Tag auffiel, dass sich meine monatliche Besucherin auffallend lange nicht hatte blicken lassen, kaufte ich mir einen Test, ohne tatsächlich davon auszugehen, dass eine Schwangerschaft eine echte Eventualität wäre. Naja, ich bin mir heute sicher, dass mein Unterbewusstsein schon etwas weiter war, denn rückblickend betrachtet, sehe ich mich, wie ich wie ferngesteuert in den Drogeriemarkt spaziere und mir ganz selbstverständlich so einen Test aus dem Regal fische. Als sich beide Balken blau färbten, musste ich mich erst Mal setzen, bis jemand, nach einer gefühlten Ewigkeit, an die Tür klopfte und fragte ob alles ok sei.

Wie mein Mann davon erfuhr:

Szenario: Drei Stunden später sitzen mein Mann, seine Tante und ich in einem Restaurant und essen. Seine Tante entschuldigt sich und verschwindet ins Bad. Ich: Hey, weißt du was ich heute erfahren habe? Er: Nö, was denn? Ich: Es besteht die Möglichkeit…also ich bin mir ziemlich sicher….nun ja, ich bin schwanger. Pause! Längere Pause! Tante kommt zurück! Keine Chance darüber zu sprechen! Schließlich haben wir uns weitere, drei Stunden später, alleine in einer Apotheke widergefunden. Zweiter Test, zweite öffentliche Toilette, diesmal an einer Tankstelle. Test: Eindeutig positiv! Mein Mann: Das ist wundervoll!

Fakt 2: Die Übelkeit hatte zwei Tage vor dem Kauf des Schwangerschaftstests begonnen. Allerdings war ich mir sicher, dass es sich um eine Magendarmverstimmung handle. Der Test zerschmetterte natürlich diese These, vor allem, weil diese sogenannte Verstimmung, weitere drei Monate anhielt. Entgegen dem hartnäckigen Gerücht, dass sich das unbeliebte Antlitz der Übelkeit am liebsten morgens blicken lässt, habe ich mit viel regelmäßigeren Besuchen zu kämpfen gehabt. Morgens, mittags, abends und eigentlich immer dann, wenn ich nicht gerade geschlummert habe. Ich bin mir ziemlich, dass mir sogar in den einem oder anderen Traum übel war, kein Scherz.

Fakt 3: Ich musste ungefähr im sechsten Monat einen Schwangerschaftsdiabetestest machen, der letzten Endes negativ war. Um diesen Test durchzuführen, trinkt man ein wasserzuckerhaltiges Getränk und wartet dann eine Stunde beim Arzt, bis man eine Blutprobe entnehmen kann. Dieses Getränk war wohl das widerlichste, was ich bis dato zu mir nehmen musste. Übelkeit, Schwindel und Magenverstimmungen folgten. Pfui.

Fakt 4: Ich hatte von vornherein das Gefühl, dass es ein Mädchen wird, auch wenn ich ein klitzekleines bisschen einen Jungen favorisiert hätte. Mittlerweile bin ich aber mehr als glücklich, dass es ein Mädchen wird. Wie meine Eltern, Familie und Freunde immer zu sagen pflegen: Hauptsache gesund und recht haben sie.

Fakt 5: Ich bin gefühlt mit allem ziemlich spät dran. Ich habe bisher keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht und werde wohl auch keinen mehr machen. Mit den Besorgungen für das Baby, sei es Erstausstattung, Kinderzimmer und Bekleidung, Kinderwagen und Autositz, haben wir erst vor vier Wochen begonnen. Wieso, kann ich auch nicht genau sagen. Vielleicht schien uns alles einfach noch zu weit entfernt. Nun bin ich aber sehr froh, dass das Wichtigste soweit besorgt ist.

Fakt 6: Wir sind zu Beginn davon ausgegangen, dass wir bei der Namensfindung große Schwierigkeiten und Diskussionen haben werden. Die Einigung kam aber relativ schnell. Das Resultat sind drei „L’s“ inklusive Nachnamen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mit der von uns ausgesuchten Namenskombination, Künstlerin wird.

Fakt 7: Babysocken haben einen fast schon euphorisierenden Effekt auf mich. Ich habe mich nie um Babybekleidung geschert und hätte ich mich jemals dabei erwischt, wie ich mit schriller Stimme zusammenhanglose Wortfetzen, bestehend aus ahha und oohh und süüüüüsss, hervorbringe, ich hätte mit dem Finger auf mich gezeigt und mich in die Ecke zum schämen verdonnert. Doch diese kleinen winzigen, herrlichen Söckchen…Da kann man doch nicht anders, hach….

Fakt 8: Ich kann zweifellos behaupten, dass diese listigen Hormone starke Stimmungsschwankungen befürworten. Ich habe einen großen Teil meiner Schwangerschaft damit verbracht meine Gefühlswelt ins Gleichgewicht zu bringen und bin dabei im Minutentakt von einer Gemütsverfassung in die nächste geschlittert und das unkontrollierbar – Heulend mit verschränkten Armen auf dem Boden sitzend, weil mein Mann die falsche Eis-Sorte ausgesucht hat(der arme Kerl war so weise vier verschiedene Sorten mitzubringen, war aber natürlich nicht die richtige dabei), sauer, weil Freunde und Familie Wein trinken dürfen, während ich dabei sitze und an meinem Wasser nippe (witzigerweise trinke ich selbst wenn ich nicht schwanger bin äußerst selten, bis gar keinen Alkohol) und hysterisch lachend über einen überaus widerlichen Witz, den eine Frau im Supermarkt ihrer Freundin erzählt, über den ich in meiner anderen Realität niemals gelacht hätte. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt meiner derzeitigen Emotionshysterie.

Fakt 9: Ich habe mich in den letzten zehn Monaten mit vielen Themen beschäftigt, die sonst wenig bis keine Relevanz in meinem Leben hatten. Demzufolge führte das auch oft zu Diskussionen und der Feststellung, dass viele Neumamis ganz schön radikal sind und andere nicht einfach ihre eigenen Entscheidungen treffen lassen. Das fängt bei dem Thema Kaffee trinken an (ich habe ab dem fünften Monat wieder angefangen meiner Kaffeesucht zu frönen und möchte nicht ständig belehrt werden) bis hin zu dem Thema Impfungen. Mir war nicht klar, dass Impfungen so ein riesen Thema in der schwangeren Welt darstellen. Ich für meinen Teil habe mich die vergangenen Monate viel damit auseinandergesetzt und bin eindeutig zu dem Entschluss gekommen, dass ich PRO Impfungen bin. Alles andere würde sich für mich falsch und verantwortungslos anfühlen.

Fakt 10: Ich habe noch drei Wochen vor mir. Insgesamt habe ich bis jetzt 10 Kilo zugenommen. Ich merke natürlich, dass sich mein Körper verändert hat, vor allem das anschwellen von Füssen und Händen war etwas überraschend für mich. Die berühmtberüchtigten Essensgelüste sind bei mir nie zum Vorschein gekommen und generell hat sich mein Essverhalten die gesamte Zeit über kaum umgestellt. Meine liebe zu Kartoffeln in jeglicher Form hat sich intensiviert, aber ansonsten blieb alles mehr oder weniger normal.


Ein Kommentar zu “10 Fakten über meine Schwangerschaft

  1. Karin lenz sagt:

    Popi, you have made my day! With love, Karin

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